Weltcup: Philipp Walsleben gewinnt U23-Auftakt
radcross.de - Redaktion am 27.10.2008 - 16:56 Uhr
Der 20-jährige Kleinmachnower Cross-Spezialist siegt eine Woche vor den Europameisterschaften souverän vor Aurelien Duval (Frankreich) und Tom Meeusen (Belgien).
„Nemec“ (tschechisch: „Der Deutsche“)- immer wieder schallte es aus den Lautsprechern der WM-Strecke von 2010 im tschechischen Tabor. Der Deutsche war der Kleinmachnower Philipp Walsleben, der sich kurz vor der Rennhälfte auf dem schnellen, hügeligen Kurs alleine von seinen Verfolgern und Mitfavoriten auf den ersten U23-Weltcup-Sieg der Saison abgesetzt hatte: „Es war mein Kurs“, freute sich der 20-jährige, der beim belgischen Profiteam Palmans-Cras unter Vertrag steht. „Dabei hatte ich das Ergebnis gar nicht so deutlich erwartet.“ Walsleben, der bei der Generalprobe in der Woche zuvor im belgischen Kalmthout „nur“ Zweiter hinter dem Belgischen Meister Tom Meeusen geworden war, hatte die Woche über mit einem Infekt zu kämpfen und konnte die Einnahme von Antibiotika erst am Freitag beenden. „Aber während des Rennens merkte ich, dass es gut lief, deswegen wagte ich den Angriff“, berichtete Walsleben nach dem Rennen bei strahlend schönem Herbstwetter.
Kontinuierlich baute der Abiturient seine Führung weiter aus - und zunächst konnte oder wollte dem Brandenburger keiner folgen. Erst wenige Runden vor Schluss nahm sich der Franzose Aurelien Duval ein Herz und ging alleine auf die Verfolgung des Deutschen. Doch Walsleben ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, kontrollierte das Feld von vorne und gewann schließlich mit 16 Sekunden Vorsprung auf Duval. Sieger im Sprint der Verfolgergruppe und damit Dritter wurde Walslebens Dauerkonkurrent Tom Meeusen, sehr zum Unmut des heimischen Publikums, das zwei Tschechen auf den undankbaren Plätzen 4 und 5 registrieren musste. „Die schnelle Strecke kam Philipp sicherlich entgegen“, erkannte Meeusen die Leistung des Deutschen an, der sich zur Belohnung das weiße Trikot des Weltcup-Führenden der U23 überstreifen durfte. Walsleben übernahm damit bei den Männern erstmals wieder ein Führungstrikot im Cross seit den Zeiten von Mike Kluge.
„Nächste Woche bei der Europameisterschaft wird es sehr schwer werden, ganz oben zu stehen“, so Walsleben, derzeit noch amtierenden Vize-Europameister.„Mit dem starken Duval war zu rechnen, und sein Landsmann Arnaud Jouffrey war auch mit in der Verfolgergruppe. Sie werden natürlich in ihrer Heimat besonders motiviert sein:“ Die Europameisterschaften werden am kommenden Sonntag in Liévin, unweit von Calais und Lille im Norden Frankreichs ausgetragen. „Aber natürlich werde ich mein Bestes geben, um den Titel für Deutschland und mein Team zu holen.“
Hanka Kupfernagel mit Sieg an die Spitze
Mit ihrem Sieg beim Weltcuprennen in Tabor hat Hanka Kupfernagel vom Team ITERA-STEVENS auch die Führung im Cross-Weltcup der Frauen übernommen. In Tabor ließ sie am Sonntag nach ihrem zweiten Platz in der Vorwoche in Kalmthout der versammelten Konkurrenz diesmal keine Chance und siegte nach 39:48 Minuten souverän vor der Französin Maryline Salvetat und der Tschechin Pavla Havlikova, die 20 und 35 Sekunden Rückstand auf die Weltmeisterin hatten.
„Es war von Anfang an ein sehr spannendes Rennen, als sich sechs Fahrerinnen an der Spitze zusammengefunden hatten“, so Hanka Kupfernmagels Lebensgefährte und Trainer Mike Kluge. Lange hielt sich die Weltmeisterin allerdings nicht in dieser Gruppe auf: Nach einem Drittel des Rennens setzte sie sich auf dem schnellen Parcours, auf dem 2010 auch die Cross-Weltmeisterschaften stattfinden werden, ab und vergrößerte ihren Vorsprung pro Runde um fünf Sekunden. „Am Ende ist sie sehr geschmeidig auf Platz eins im Rennen und damit an die Spitze der Weltcup-Gesamtwertung gefahren“, sah Mike Kluge zu keiner Phase Probleme. Aller anderen Fahrerinnen mussten nach und nach die Segel streichen und die Überlegenheit der ITERA-STEVENS-Fahrerin anerkennen.
„Wir sind die Strecke einige Male vorher abgefahren. Der Kurs ist ähnlich dem der WM im Januar in Italien, wo Hanka Weltmeisterin werden konnte. Jetzt hat Hanka hier in Tabor bei allen möglichen Bedingungen gewonnen: Sie war bei Eis vorn, sie war bei Matsch vorn und nun bei trockenen Bedingungen – das lässt uns schon jetzt auf die WM in 2010 freuen“, so Kluge, der ins Rennen kurzerhand noch eine Art Training einbaute. „Für einen eventuellen Ernstfall haben wir zwischendurch das Rad gewechselt, um später auf alle Situationen reagieren zu können“, überlässt der frühere Weltmeister nichts dem Zufall. „Da hat alles gepasst. Wir hatten auch zusätzliche Unterstützung durch Jens Schwedler“, konnte sich Mike Kluge auf seine Hamburger Partner verlassen.
Stevens-Crosser sammeln Erfahrungen beim Weltcup
Für eine Topplatzierung hat es beim Weltcup in Tabor nicht gereicht, dafür konnten die Stevens-Crosser wichtige Erfahrungen für die nächsten Wochen sammeln: Toni Bretschneider sorgte als 18. bei den Junioren für das beste Resultat des Hamburger Teams.
„Es lief nicht alles ganz glatt und wunschgemäß“, sagte der Sportliche Leiter des Stevens Racing-Teams Jens Schwedler. So wurde Ole Quast bei den U23 gleich in der Anfangsphase in einen Sturz verwickelt, der ihn zunächst weit zurück warf. Am Ende kam der Hamburger auf Rang 28 ins Ziel. Direkt dahinter folgten der Deutsche Meister Marcel Meisen (Stolberg) und mit Yannick Tiedt der nächste Hamburger. „Die Beine waren gut, aber der Kopf wollte heute nicht“, klagte Tiedt in Tabor nach dem Rennen. Dennoch stand Stevens-Fahrer ganz oben: Philipp Walsleben vom Team Palmans-Cras, das seit dieser Saison auf den Rädern der Hamburger Bikeschmiede unterwegs ist, gewann auf dem WM-Kurs von 2010 souverän vor dem Franzosen Aurelien Duval und Tom Meeusen.
Ein beherztes Rennen lieferte Toni Bretschneider bei den Junioren ab. Zwar schaffte er es nicht ganz in die Topränge, belohnte sich aber mit Platz 18. Nicht ganz zufrieden war Enno Quast mit seinem 27. Rang bei seinem ersten Weltcuprennen überhaupt. „Er hat sicher noch das Trainingslager in den Knochen“, so Schwedler. Den Sieg in diesem Rennen holte sich der Niederländer Tijmen Eising vor seinem Landsmann Lars van der Haar und dem Tschechen Matej Lasak. Die weiteren Deutschen, Jannik Geisler (Harburger RG), Christoph Altenkirch (RC Kleinmachnow) und Michael Schweizer (RU Wangen) landeten auf den Plätzen 31, 36 und 37.
Mehr als Platz 35 war auch für Johannes Sickmüller diesmal nicht drin. Allerdings wurde er schon in der Anfangsphase nach einem Massensturz, in den auch einige Mitfavoriten verwickelt waren, weit zurück geworfen. Er beendete das Rennen auf dem schnellen Kurs schließlich als 35., sein Hamburger Teamkollege René Birkenfeld wurde 42. Auch hier siegte ein Fahrer auf einem Stevens-Rad: Niels Albert (Palmans-Cras) gewann vor den beiden Tschechen Zdenek Stybar (Fidea) und Martin Bina und holte sich mit diesem Erfolg auch die Führung im Gesamtweltcup.
„Nemec“ (tschechisch: „Der Deutsche“)- immer wieder schallte es aus den Lautsprechern der WM-Strecke von 2010 im tschechischen Tabor. Der Deutsche war der Kleinmachnower Philipp Walsleben, der sich kurz vor der Rennhälfte auf dem schnellen, hügeligen Kurs alleine von seinen Verfolgern und Mitfavoriten auf den ersten U23-Weltcup-Sieg der Saison abgesetzt hatte: „Es war mein Kurs“, freute sich der 20-jährige, der beim belgischen Profiteam Palmans-Cras unter Vertrag steht. „Dabei hatte ich das Ergebnis gar nicht so deutlich erwartet.“ Walsleben, der bei der Generalprobe in der Woche zuvor im belgischen Kalmthout „nur“ Zweiter hinter dem Belgischen Meister Tom Meeusen geworden war, hatte die Woche über mit einem Infekt zu kämpfen und konnte die Einnahme von Antibiotika erst am Freitag beenden. „Aber während des Rennens merkte ich, dass es gut lief, deswegen wagte ich den Angriff“, berichtete Walsleben nach dem Rennen bei strahlend schönem Herbstwetter.
Kontinuierlich baute der Abiturient seine Führung weiter aus - und zunächst konnte oder wollte dem Brandenburger keiner folgen. Erst wenige Runden vor Schluss nahm sich der Franzose Aurelien Duval ein Herz und ging alleine auf die Verfolgung des Deutschen. Doch Walsleben ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, kontrollierte das Feld von vorne und gewann schließlich mit 16 Sekunden Vorsprung auf Duval. Sieger im Sprint der Verfolgergruppe und damit Dritter wurde Walslebens Dauerkonkurrent Tom Meeusen, sehr zum Unmut des heimischen Publikums, das zwei Tschechen auf den undankbaren Plätzen 4 und 5 registrieren musste. „Die schnelle Strecke kam Philipp sicherlich entgegen“, erkannte Meeusen die Leistung des Deutschen an, der sich zur Belohnung das weiße Trikot des Weltcup-Führenden der U23 überstreifen durfte. Walsleben übernahm damit bei den Männern erstmals wieder ein Führungstrikot im Cross seit den Zeiten von Mike Kluge.
„Nächste Woche bei der Europameisterschaft wird es sehr schwer werden, ganz oben zu stehen“, so Walsleben, derzeit noch amtierenden Vize-Europameister.„Mit dem starken Duval war zu rechnen, und sein Landsmann Arnaud Jouffrey war auch mit in der Verfolgergruppe. Sie werden natürlich in ihrer Heimat besonders motiviert sein:“ Die Europameisterschaften werden am kommenden Sonntag in Liévin, unweit von Calais und Lille im Norden Frankreichs ausgetragen. „Aber natürlich werde ich mein Bestes geben, um den Titel für Deutschland und mein Team zu holen.“
Hanka Kupfernagel mit Sieg an die Spitze
Mit ihrem Sieg beim Weltcuprennen in Tabor hat Hanka Kupfernagel vom Team ITERA-STEVENS auch die Führung im Cross-Weltcup der Frauen übernommen. In Tabor ließ sie am Sonntag nach ihrem zweiten Platz in der Vorwoche in Kalmthout der versammelten Konkurrenz diesmal keine Chance und siegte nach 39:48 Minuten souverän vor der Französin Maryline Salvetat und der Tschechin Pavla Havlikova, die 20 und 35 Sekunden Rückstand auf die Weltmeisterin hatten.
„Es war von Anfang an ein sehr spannendes Rennen, als sich sechs Fahrerinnen an der Spitze zusammengefunden hatten“, so Hanka Kupfernmagels Lebensgefährte und Trainer Mike Kluge. Lange hielt sich die Weltmeisterin allerdings nicht in dieser Gruppe auf: Nach einem Drittel des Rennens setzte sie sich auf dem schnellen Parcours, auf dem 2010 auch die Cross-Weltmeisterschaften stattfinden werden, ab und vergrößerte ihren Vorsprung pro Runde um fünf Sekunden. „Am Ende ist sie sehr geschmeidig auf Platz eins im Rennen und damit an die Spitze der Weltcup-Gesamtwertung gefahren“, sah Mike Kluge zu keiner Phase Probleme. Aller anderen Fahrerinnen mussten nach und nach die Segel streichen und die Überlegenheit der ITERA-STEVENS-Fahrerin anerkennen.
„Wir sind die Strecke einige Male vorher abgefahren. Der Kurs ist ähnlich dem der WM im Januar in Italien, wo Hanka Weltmeisterin werden konnte. Jetzt hat Hanka hier in Tabor bei allen möglichen Bedingungen gewonnen: Sie war bei Eis vorn, sie war bei Matsch vorn und nun bei trockenen Bedingungen – das lässt uns schon jetzt auf die WM in 2010 freuen“, so Kluge, der ins Rennen kurzerhand noch eine Art Training einbaute. „Für einen eventuellen Ernstfall haben wir zwischendurch das Rad gewechselt, um später auf alle Situationen reagieren zu können“, überlässt der frühere Weltmeister nichts dem Zufall. „Da hat alles gepasst. Wir hatten auch zusätzliche Unterstützung durch Jens Schwedler“, konnte sich Mike Kluge auf seine Hamburger Partner verlassen.
Stevens-Crosser sammeln Erfahrungen beim Weltcup
Für eine Topplatzierung hat es beim Weltcup in Tabor nicht gereicht, dafür konnten die Stevens-Crosser wichtige Erfahrungen für die nächsten Wochen sammeln: Toni Bretschneider sorgte als 18. bei den Junioren für das beste Resultat des Hamburger Teams.
„Es lief nicht alles ganz glatt und wunschgemäß“, sagte der Sportliche Leiter des Stevens Racing-Teams Jens Schwedler. So wurde Ole Quast bei den U23 gleich in der Anfangsphase in einen Sturz verwickelt, der ihn zunächst weit zurück warf. Am Ende kam der Hamburger auf Rang 28 ins Ziel. Direkt dahinter folgten der Deutsche Meister Marcel Meisen (Stolberg) und mit Yannick Tiedt der nächste Hamburger. „Die Beine waren gut, aber der Kopf wollte heute nicht“, klagte Tiedt in Tabor nach dem Rennen. Dennoch stand Stevens-Fahrer ganz oben: Philipp Walsleben vom Team Palmans-Cras, das seit dieser Saison auf den Rädern der Hamburger Bikeschmiede unterwegs ist, gewann auf dem WM-Kurs von 2010 souverän vor dem Franzosen Aurelien Duval und Tom Meeusen.
Ein beherztes Rennen lieferte Toni Bretschneider bei den Junioren ab. Zwar schaffte er es nicht ganz in die Topränge, belohnte sich aber mit Platz 18. Nicht ganz zufrieden war Enno Quast mit seinem 27. Rang bei seinem ersten Weltcuprennen überhaupt. „Er hat sicher noch das Trainingslager in den Knochen“, so Schwedler. Den Sieg in diesem Rennen holte sich der Niederländer Tijmen Eising vor seinem Landsmann Lars van der Haar und dem Tschechen Matej Lasak. Die weiteren Deutschen, Jannik Geisler (Harburger RG), Christoph Altenkirch (RC Kleinmachnow) und Michael Schweizer (RU Wangen) landeten auf den Plätzen 31, 36 und 37.
Mehr als Platz 35 war auch für Johannes Sickmüller diesmal nicht drin. Allerdings wurde er schon in der Anfangsphase nach einem Massensturz, in den auch einige Mitfavoriten verwickelt waren, weit zurück geworfen. Er beendete das Rennen auf dem schnellen Kurs schließlich als 35., sein Hamburger Teamkollege René Birkenfeld wurde 42. Auch hier siegte ein Fahrer auf einem Stevens-Rad: Niels Albert (Palmans-Cras) gewann vor den beiden Tschechen Zdenek Stybar (Fidea) und Martin Bina und holte sich mit diesem Erfolg auch die Führung im Gesamtweltcup.

