Walses Blog: Geduld war gefragt

Philipp Walsleben am 06.12.2011 - 11:56 Uhr
Wie bereits im vorigen Eintrag geschrieben, bin ich momentan mit meinen Teamkollegen in unserem Stammhotel im spanischen Benicassim. Soeben haben wir sozusagen die erste Trainingswoche abgeschlossen, in meinem Fall mit einem Grundlagentraining von fünf Stunden. Natürlich muss ich hier ein wenig anders trainieren als die anderen Fahrer, die bis auf den anderen „Invaliden“ im Team, alle voll im Rennbetrieb sind. Wodurch ich ab und an einmal eine ruhige Stunde dranhängen muss während der Rest sich den Nachmittag mit (Lauf-) Intervallen oder anderen Späßen vertreibt.

In den ersten Tagen hier in Spanien musste ich leider feststellen, dass ich mit einem noch schlechteren Gefühl als gedacht aus meiner „Viruspause“ kam. Irgendwie musste ich die Beine bei jedem Tritt extra überreden weiterzumachen. Natürlich war es aber nötig, ruhig zu bleiben und nicht zu versuchen, am Berg vielleicht mal bis zum Anschlag bei den Ersten zu bleiben, in der Hoffnung die Beine würden dann besser werden. Denn wovon sollten die unter Gewalteinwirkung besser werden?

Die einzige Lösung dieses Problems hieß anscheinend Geduld, in welcher ich mich dann auch mit hoffnungsvollem Resultat übte. So wurden die Beine von Tag zu Tag besser und die Zeit am Anfang des Trainings, in der ich mich frisch und gut fühlte, dauerte auch immer länger. Nichtsdestotrotz gibt es aber noch keinen Anlass, irgendetwas zu überstürzen. Mein Trainingsrückstand ist noch immer deutlich und ich werde auch in der nächsten Woche erstmal nur lang und langsam fahren und vielleicht einmal die Berge bis ganz oben mit den Guten mitfahren.

Einmal zurück auf belgischem Boden, werde ich dann wahrscheinlich wieder intensiver trainieren und dann schauen wie mein Körper darauf reagiert. Um das Eingemachte in diesem Blog nicht völlig zu übergehen, verrate ich noch, dass ich einen Start beim Weltcup in Namur am 18.11. als Option sehe. Mit dieser Auskunft habe ich aber auch schon mein ganzes Wissen bezüglich Rennwiedereinstieg preisgegeben.

„Wij zullen zien“, wie Zdenek Stybar in zahlreichen Interviews zu sagen pflegt.