Walse’s Blog: Mache mir keine Sorgen

Philipp Walsleben am 24.05.2011 - 16:35 Uhr
Soeben bin ich im ersten Hotel bei der diesjährigen Belgienrundfahrt eingetroffen. Auf dem Plan für heute stehen Massage und Teamvorstellung, bevor es morgen mit einem 5,6 km langen Prolog richtig los geht. Aber vielleicht sollte ich auch noch ein paar Worte über die letzten Wochen verlieren.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen vier Straßenrennen hinter mir. Omloop der Kempen in den Niederlanden und drei Kirmesrennen in Belgien waren aber allesamt flache Rennen, die eher dem Einrollen dienten, womit sie auch eigentlich keiner weiteren Erläuterung bedürfen. Alle verliefen größtenteils ereignislos, aber zufriedenstellend.

Auch das Berlin ProRace am vergangenen Sonntag war bis auf einige kleine Steigungen flach. Für dieses Rennen hatte ich den Plan, aus einer frühen Ausreißergruppe heraus optimal vom Rennen in meiner Heimat zu genießen. Zwanzig Kilometer nach dem Start dachte ich auch schon, diesen Plan erfolgreich ausführen zu können. Mit fünf Fahrern aus kleineren Teams konnten wir uns vom Feld leicht absetzen. Dazu noch mit einigen ProTour-Fahrern in der ersten Reihe des Feldes erschien mir diese Situation optimal. Entgegen der Erwartungen gab es aber doch ein paar bekannte Namen, die für dieses Rennen voll motiviert waren. So wurden wir wieder eingeholt, worauf sich gleich die „definitive“ Spitzengruppe um u.a. Stuart O´Grady, Markus Burghardt und Andreas Klier bildete. Diese Namen könnten auch bei Paris-Roubaix vorne zu finden sein...

Vom Kaltstart verfolgt
Somit war mein erstes Zwischenziel also nicht erreicht, wonach ich mich darauf beschränkte, im Feld zu bleiben und zu schauen was passiert. Durch die qualitativ wie auch quantitativ (9) hohe Besetzung der Spitzengruppe musste aber auch bei uns im Hauptfeld ordentlich Gas gegeben werden. Am Ende des Rennens erreichten wir dadurch auch einen Schnitt von 47,3km/h, die Ausreißer wurden einen Kilometer vor dem Ziel eingeholt und es gewann Marcel Kittel. Meine Beine waren an dem Tag nicht unbedingt schmerzfrei, was aber wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich die ersten 20 Kilometer mit Vollgas und dem Eifer des Heimrennens versucht habe, in die Spitzengruppe zu kommen. So ein „Kaltstart“ kann einen dann manchmal den ganzen Tag verfolgen.

Somit mache ich mir also für die folgende Woche auch keine Sorgen um meine Form. Durch eine leichte Umstellung im Training habe ich das Gefühl, eine bessere Grundlage als in den vergangenen Jahren zu haben, wodurch es aber in intensiven Rennphasen immer noch ziemlich schnell weh tut.
Die Belgienrundfahrt ist in diesem Jahr ein wenig anders aufgebaut als in den letzten Jahren. Der morgige Prolog wird bereits eine kleine, aber keinesfalls definitive Vorentscheidung geben. Übermorgen steht eine reine Flachetappe auf dem Plan, die aber durch eventuellen Wind auch nicht zu unterschätzen ist. Die Etappe am Freitag enthält dann ein paar kleine Steigungen in den Vlaamsen Ardennen, aber auch der Wind kann dort eine Rolle spielen. Die Bergetappe der diesjährigen „Ronde“ führt dann von Bertem nach Eupen. Diese sind wir bereits mit dem Team abgefahren. Sie enthält weniger echt steile Berge im Finale als im letzten Jahr, wird aber auch durch die Länge von 210 km echt schwer. Am Sonntag folgt dann eine klassische Schlussetappe, die wahrscheinlich auf einen Massensprint hinauslaufen wird.

Den Wissbegierigen empfehle ich die Website der Belgienrundfahrt: http://www.rondevanbelgie.be/
Wenn es etwas zu berichten gibt währen der Rundfahrt werde ich auch auf dem Laufenden halten.