Niederländer gewinnt die 36. Internationale Thüringen-Rundfahrt

radcross.de - Redaktion am 19.06.2011 - 18:34 Uhr
Auch am letzten Tag der Internationalen Thüringen-Rundfahrt U23 ließen die Favoriten auf der umkämpften und von heftigem Wind umwehten Schlussetappe um Weida nichts mehr anbrennen. So ging die 36. Runde am Sonntag mit dem letztlich klaren Gesamtsieg des Niederländers Wilco Keldermann beinahe erwartungsgemäß zu Ende.

Der 20 Jahre alte Jungprofi aus Amersfort verteidigte auch auf der siebten Etappe seine beim Bergzeitfahren in Neuhaus/a.R. erworbene Führung und siegte nach 848,4 Kilometern und einer Fahrzeit von 21:02:03 Stunden vor dem Erfurter Jakob Steigmiller (Thüringer Energie) und seinem Landsmann Tom Damoulin.

Der Kapitän vom Team Rabobank, der für den fünften Gesamtsieg eines Niederländers in Thüringen sorgte, konnte sich auf der Schlussetappe in Weida einen 13. Rang im geschlossen ankommenden Hauptfeld leisten, aus dem sich Luke Rowe nach Platz zwei am Vortag seinen ersten Tagessieg sicherte. Der 20-jährige Hoffnungsträger der britischen Nationalmannschaft gewann nach 163 km rund um Weida und einer Fahrzeit von 4:10:23 Stunden im Spurt vor Australiens Viererweltmeister Michael Hepburn und dem Thüringer Nils Plötner.

Auf vier von den fünf 32 km langen Runden um Weida suchten zunächst acht, und zuletzt vier Ausreißer mit den Niederländer Bol und Stamsnijder, dem Franzosen Teychenne-Coutet und dem Schweden Gustavsson ihr Heil in der Flucht. Doch kam das Quartett gerade noch allein über die vierte Bergwertung (Kategorie 3) bei Schömberg, ehe das von den Briten, Australiern und Cottbussern angeführte Verfolgerfeld Mitte der fünften Runde auch dem letzten Fluchtversuch ein Ende bereitete.

Bei der Siegerehrung am Weidaer Nettoplatz, den einige tausend Radsportbegeisterte säumten, strahlten die Niederländer über ihren fünften Triumph. „Ich bin happy. Das ist mein bisher größter sportlicher Erfolg“, freute sich Kelderman auch über das Preisgeld von 4.217 Euro, das er mit seinen Mannschaftskameraden teilen will. Hinter dem starken Thüringer Jakob Steigmiller, der am Ende mit 31 Sekunden Rückstand als Zweiter bester Deutscher wurde, bestätigten Tom Damoulin als Dritter und Marc Goos als Sechster die Dominanz des Rabobank-Continental-Teams.

Zu den auffälligen Akteuren dieses UCI-Rennens der Kategorie 2.2 gehörte auch der 22-jährige Thüringer Nils Plötner aus St. Gangloff, der sich im BDR-Nationaltrikot neben einem Podestplatz am Schlusstag als zweitbester Deutscher auch den siebten Gesamtrang sicherte.

Von den 116 am Montag in Erfurt gestarteten Fahrern aus 11 Ländern erreichten 78 das Ziel in Weida. Während der britische UCI-Rennkommissär Colin Clews die perfekte Organisation des UCI-Rennens der Kategorie 2.2. lobte, freute sich Gesamtleiter Jörg Werner besonders über den großen Publikumszuspruch in allen sieben Etappenorten.

36. Thüringen-Rundfahrt, 7. Etappe, Rund um Weida, 163 km:
1. Luke Rowe (Großbritannien) 4:10:23 Stunden, 2. Michael Hepburn (Australien),, 3. Nils Plötner (St. Gangloff/BDR), 4. Nikias Arndt (Cottbus/LKT Brandenburg), 5. Johan Le Bon (Frankreich), 6. Jay MCCarthy (Australien), 7. Arman Kamyschew (Kasachstan), 8. Tobias Ludvigsson (Schweden), 9. Tom Dumoulin (Niederlande), 10. Theo Reinhardt (Berlin/KED Bianchi), alle gleiche Zeit, … 21. Jakob Steigmiller (Thüringer Energie) gleiche Zeit.

Gesamteinzelwertung nach 848,4 Kilometern:
1. Wilco Kelderman (Niederlande/Rabobank) 21:02:03 Stunden, 2. Jakob Steigmiller (Erfurt/Thüringer Energie) + 32 Sekunden, 3. Tom Dumoulin (Niederlande/Rabobank) + 1:01 Minuten, 4. Jay McCarthy (Australien) + 1:07 Minuten, 5. Johan Le Bon (Frankreich) + 1:16, 6. Marc Goos (Niederlande/Rabobank) + 1:19, 7. Nils Plötner (St. Gangloff/BDR) + 1:22, 8. Nikias Arndt (Cottbus/LKT Brandenburg) + 1:32, 9. Simon Yates (Großbritannien) + 2:01, 10. Arnaud Courteille (Frankreich) + 2:09, …15. Jasha Sütterlin + 2:32, …45. Fabian Thiel + 12:43, …70. Bastian Bürgel + 37:10, 71.Simon Nuber (alle Thüringer Energie Team) +38:25.


Sieger der Trikotwertungen: Bergtrikot:
Georg Preidler (Östterreich),
Sprinttrikot:
Gernot Auer (Östereich),
Nachwuchswertung:
Wilco Keldermann (Niederlande),
Punktewertung:
Wilco Kelderman.



Die 36. Runde im Rückspiegel
URTEILE – MEINUNGEN
Colin Leslie Clews, UCI-Kommissär aus Leicester, Großbritannien:

Der Sport ist top. Die Organisation ist perfekt. Diese Begeisterung in den Etappen und an der Strecke tut unserem gesamten Radsport gut. Dies ist eine exzellente Rundfahrt in jeder Hinsicht.

Wilco Kelderman, Niederlande, Rundfahrtsieger 2011:
Ich bin richtig happy. Ein Erfolg bei der Thüringen-Rundfahrt hat international einen hohen Stellenwert. Dies ist mein bisher größter sportlicher Erfolg und ich bin froh, dass mich meine Rabobank-Kollegen so gut unterstützt haben.

Jakob Steigmiller, Thüringer Energie Team, Gesamtzweiter:
Es war nicht immer leicht für uns. Ich bin froh, dass ich mit Unterstützung meiner Teamkameraden meinen zweiten Rang bis nach Weida verteidigen konnte. Schade, dass wir hier nicht mehr zu sechst sein konnten.

Jörg Werner, Rundfahrt-Organisator, Teamchef Thüringer Energie:
Das diesmal 78 von 116 in Erfurt gestarteten Fahrern das Siebentagerennen bis Weida durchgestanden haben, zeugt vom hohen Niveau des Feldes aus 11 Ländern. Mit der Leistung unseres jungen Teams und dem zweiten Gesamtrang von Jakob Steigmiller bin ich natürlich sehr zufrieden. Für mich besonders erfreulich war, dass die Begeisterung und der Publikumszuspruch in den Etappenorten weiter deutlich zugenommen haben.

Jens Lang, Trainer Thüringer Energie Team:
Mit Jakobs zweitem Platz in diesem Klassefeld haben wir die angestrebte Topplatzierung erreicht. Die eine Sekunde, die uns beim Mannschaftszeitfahren in Streufdorf zum Podest fehlte, tat ein bisschen weh. Dass Sasha Sütterlin stürzte und Ralf Matzka krank wurde, buche ich unter Rundfahrtpech. Aber alles in allem hat unser verjüngtes Team eine gute Rundfahrtleistung abgeliefert.

Ton Zasada, Niederlande, UCI-Antidoping-Kommissär:
Ich bin zum erstenmal in Thüringen und gleich begeistert von dieser Rundfahrt. Die Organisation ist perfekt, auch im medizinischen Bereich. Ich danke Heiko Mittas als Koordinator der Antidopingkontrollen für die perfekte Zusammenarbeit.

Karsten Migels, TV Eurosport, Rundfahrtmoderator:
Diese Tour ist nicht nur schön und hochklassig, sie ist auch berufliche Weiterbildung für mich. Hier kann ich die jungen sauberen Leute von heute kennenlernen, über die ich als Hoffnungen von morgen bei den großen Rennen berichten will.

Georg Preidler, Österreich, Gewinner der Bergwertung:
Wir sind froh, dass wir uns hier in diesem Klasserennen gut behaupten können. Nach meinem Bergtrikot hatten wir es heute ganz gezielt auf die Eroberung des Sprinttrikots angelegt.

Stephan Schreck, Erfurt, Rennleiter:
Wir haben abwechslungsreiche Rennen und spannende Rennen erlebt. Besonders den jungen Leuten muss man zugestehen, dass sie auch mal schwächeren Tag haben. Beeindruckt hat mich Jakob Steigmiller; er fährt nicht spektakulär, aber sehr effektiv. Schön die Stimmung in den Etappenorten, ich spüre, dass die Radsportbegeisterung wieder zurückkommt.

Sebastian May, Arnstadt, Sportlicher Leiter:
Auf den 850 Kilometern von Erfurt bis Weida lief alles rund im Peloton. Für mich noch mehr und vor allem stressfreier als Vorjahr, in dem ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen musste. Unsere Gäste waren des Lobes voll. Die Neuseeländer haben sich gestern abend bei mir für „eine fantastische Rundfahrt“ bedankt.
Weiterführende Informationen:
Website der Thüringen-Rundfahrt U23