Cross-WM: Zdenek Stybar verteidigt seinen Titel

WM-Presseservice am 30.01.2011 - 16:48 Uhr
Cross-WM: Zdenek Stybar verteidigt seinen Titel
Zdenek Stybar hat bei den Cross-Weltmeisterschaften 2011 in Sankt Wendel seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigt. Der Tscheche verwies vor rund 30.000 Zuschauern die beiden Belgien Sven Nys und Kevin Pauwels auf die nächsten Plätze. Philipp Walsleben aus Kleinmachnow wurde nach einem couragierten Rennen Fünfter.

Mit einem fulminanten Antritt hatte Zdenek Stybar fünf Runden vor dem Ende seinen letzten Begleiter Sven Nys abgeschüttelt. Der 25-jährige Tscheche hatte schon im vergangenen Jahr vor heimischem Publikum in Tabor eine ähnliche Taktik gewählt. „Das war aber nicht so geplant. Ich fühlte mich erst nicht so gut und hatte auch zu viele Belgier um mich herum“, erklärte Stybar seine offensive Fahrweise. Schon nach dem Start hatte Stybar seine Ambitionen untermauert, als er das Feld durch die erste Runde führte und das Rennen von an weiter kontrollierte. Aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe machte er später ein Trio, nachdem sich das kurzzeitig wieder auf sechs Fahrer aufgefüllt hatte, startete Stybar die nächste Attacke. Der konnte nur noch Sven Nys folgen, den der Tscheche nach zwei Runden gemeinsamer Fahrt an der Spitze mit einem trockenen Antritt ebenfalls distanzierte.

Zdenek Stybar war bereits erfolgreich mit einer Siegesserie in die Saison gestartet, ehe ihn eine Knieverletzung ausbremste. Selbst der Start bei den Weltmeisterschaften geriet kurzzeitig in Gefahr. Der Tscheche aber kehrte zurück und auf zum richtigen Zeitpunkt topfit. „Das hatte niemand erwartet von mir. Unterwegs habe ich an das Intervalltraining auf Mallorca gedacht, das hat richtig weh getan.“

Philipp Walsleben erfüllte alle Erwartungen. Als er in der dritten Runde als Dritter hinter Stybar und Nys durchs Ziel fuhr, brandete großer Jubel aus. Er wurde allerdings ein Opfer der belgischen Taktik, da er sich einer Verfolgergruppe mit den beiden Belgiern Kevin Pauwels und Klaas Vantornout befand. Der Deutsche Meister machte aber das beste aus der Situation und beendet das WM-Rennen der Elite auf Rang fünf – international war das sein bestes Ergebnis in diesem Winter.



Stimmen zur Cross-Weltmeisterschaft der Elite

Zdenek Stybar, Tschechien, Weltmeister:
Von mir hatte niemand erwartet, dass ich gewinne. Niemand hat mir geglaubt, als ich sagte, dass ich es schaffen kann. Aber ich wusste, wofür ich arbeite. Ich habe mich auf Mallorca vorbereitet, habe hart gearbeitet und trainiert. Heute habe ich unterwegs an Mallorca gedacht, an die harten Intervalle, das hat schon sehr weh getan.
Ich hatte unterwegs Angst, dass die Gruppe zu groß ist. Da waren sehr viele Belgier um mich herum und ich fühlte mich nicht gut. Ich habe dann mein Selbstvertrauen zurückbekommen und bin gefahren. Der Verlauf des Rennens war so aber nicht geplant.
Dieser Sieg ist gut für meinen Kopf und meine Beine und ist auch ein Geschenk an mein altes und mein neues Team. Jetzt will ich auch den Schmerz der Straße spüren.

Sven Nys, Belgien, 2. Platz:
Der Stärkste hat heute gewonnen. Dieser explosive Antritt war zu hart für mich, es war einfach nicht genug, ihn schlagen zu können. Aber ich bin mit dem zweiten Platz sehr glücklich. Obwohl ich 35 Jahre alt bin, fühle ich mich noch stark. In dieser Saison war ich nur fünfmal nicht auf dem Podium. Heute war ich der Zweitbeste.

Kevin Pauwels, Belgien, 3. Platz:
Ich hatte heute keinen super Tag. Aber ich glaube, ich hätte Nys und Stybar länger folgen können. Aber ich in diesem Augenblick einen schlechten Moment. Mit Bronze bin ich aber sehr zufrieden.

Philipp Walsleben, Deutschland, 5. Platz:
Der fünfte Platz war realistisch. Ich bin aber positiv überrascht, dass es so gut geklappt hat. Ich habe die ganze Zeit an das Podium geglaubt und alles aus mir heraus geholt. Es war aber ein sehr langes Rennen und hinten heraus wurde es für mich als jungen Fahrer schwer. Die anderen waren mir noch etwas voraus, das wird ich in den nächsten Jahren ändern.

Christoph Pfingsten, Deutschland, 23. Platz:
Ich habe sehr viel Pech gehabt; einen Platten und dann fährt mir noch einer ins Rad. Da war ich noch in der Gruppe, die um Platz zehn fuhr. Das hatte sich dann aber erledigt. Ohne eine Gruppe konnte man hier keine Löcher mehr zufahren.

Sascha Weber, Deutschland/St. Wendel, 25. Platz:
Wenn es gut läuft, ist immer viel möglich. Das heute war ein richtig gutes Rennen, aber ich hatte auch zweimal Hinterradschaden. Unterwegs habe ich oft meinen Namen gehört, das war wirklich eine super Stimmung. Vor dem Rennen war ich sehr ruhig, ich hatte ja nichts zu verlieren. Ich bin ganz ohne Angst in das Rennen gegangen und wollte einfach nur mein bestes geben.

Bundestrainer Patrick Moster:
Der fünfte Platz von Philipp Walsleben stimmt uns versöhnlich, obwohl wir keine Medaille gewonnen haben. Wir haben aber noch einen vierten, achten und zehnten Platz, das zeigt, dass wir zur erweiterten Weltspitze gehören.