Cross-DM: Wer wird Meister?
René Penno am 04.01.2012 - 15:03 Uhr
Eigentlich stehen die Sieger bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende schon fest. Jedenfalls in einigen Klassen. Hanka Kupfernagel gewinnt bei den Frauen, Philipp Walsleben macht’s wieder bei der Elite und an Silvio Herklotz kommt bei den Junioren ohnehin keiner vorbei. Und dann wäre da auch noch Jens Schwedler, der sich mit einem weiteren Titel vom Rennsport verabschieden wird.
Bleiben nur noch die Jugend U17, Schüler U15 und die U23, wo es keinen ausgemachten Favoriten gibt und der Kreis derer, die gewinnen können, mindestens drei, vier Fahrer umfasst. Aber ist es wirklich so einfach? Nein, ganz im Gegenteil! Die Deutschen Meisterschaften 2011 könnten die spannendsten der letzten Jahre werden.
Die Jugend U17
Die Nachwuchsfahrer eröffnen am Samstag um 10.30 Uhr die Titelkämpfe. Wer hier gewinnt, ist der erste Deutsche Meister des Jahres 2012. Die besten Karten scheint Paul Lindenau vom RV Germania Hamburg zu haben. Mit deutlichen 37 Punkten Vorsprung gewann der Hamburger den Deutschland-Cup, bei den einzelnen Rennen stand er meist auf dem Podium. In Herford sogar ganz oben. Das muss aber nichts heißen, denn der Kurs in den Kiebitzbergen ist speziell. Ludwig Cords (Harvestehuder RV), im letzten Jahr Zweiter der Schüler U15, Andrej Petrovski (RSC Reinheim) oder auch der Schülermeister von Lorsch, Leo Appelt (Blau-Gelb Langenhagen) haben ebenso ihre Chancen, am Ende ganz oben zu stehen.
Die U23
„Die beiden Yannicks muss man auf jeden Fall beachten“, sagt Michael Schweizer (Stevens Racing-Team), selbst einer der Anwärter auf den Titel. Gemeint hat er damit Yannick Eckmann (Pearl Izumi), der sein erstes Jahr bei den U23 bestreitet, und Yannick Mayer (NSP). Letzterer ging der nationalen Konkurrenz in diesem Winter meist aus dem Weg, holte sich stattdessen die nötige Rennhärte in Belgien und den Niederlanden. Mit Jannick Geisler (Heizomat) gibt es einen weiteren Kandidaten fürs Podium, ein ganz heißer Tipp auf den Sieg ist aber Max Walsleben (Jenatec). Der ist in Kleinmachnow groß geworden, kennt die Kiebitzberge und will seine Bronzemedaille aus dem letzten Jahr jetzt vergolden.
Die Senioren
Blickt man auf die letzten beiden Jahre, und da nicht nur auf die Deutschen Meisterschaften, sondern auf sämtliche nationalen Rennen, gibt es am Samstag nur einen Sieger: Jens Schwedler (Stevens Racing-Team) hat seit seiner Rückkehr im Herbst 2008 nur ein Rennen „verloren“. Ansonsten dominierte der Pinneberger seine Konkurrenten nach Belieben. Nach den Deutschen Meisterschaften aber soll endgültig Schluss sein – am besten mit dem Meistertrikot. „Das wäre der perfekte Abschied“, sagt Schwedler, ist sich aber der starken Konkurrenz und auch den Tücken eines Crossrennens bewusst. „Erstmal muss ich gewinnen“, stapelt er tief. Vielleicht weiß er, warum: Timo Berner (Berner-Bikes.com), Lars van der Sloot (Felt Cyclocross-Team) und seit diesem Winter auch Stefan Danowski (Team Bergamont) gelten als die größten Herausforderer und wollen sich nicht bis zum nächsten Jahr gedulden.
Die Junioren
Obwohl Silvio Herklotz (Stevens Racing-Team) seit seinem Saisoneinstieg im November in Deutschland jedes Rennens gewann, bleibt der Berliner bescheiden und hält es wie sein Teamchef Jens Schwedler: „Erstmal muss ich gewinnen!“ Gut möglich, dass Herklotz das Rennen der Junioren diesmal genauso dominiert wie vor einem Jahr. Und mal ehrlich: Was anderes wird doch auch nicht erwartet. Felix Drumm und Marco König vom Saikls Crossteam müssen sich schon gewaltig strecken, wollen sie die kleine Chance auf Gold nutzen. Und dann sind da auch noch Steffen Müller und Yannick Gruner (beide Stevens) sowie Johannes Siemermann (Felt Cyclocross-Team), die darauf hoffen, in Kleinmachnow zumindest auf dem Podium zu stehen.
Die Schüler U15
Im letzten Jahr war es Leo Appelt, der sämtliche Rennen einschließlich der Deutschen Meisterschaft gewann. Solch einen Überflieger gab es in diesem Winter nicht. Luca Felix Happke (RSV Unna) feierte zwar fünf Siege und gewann den Deutschland-Cup, das aber muss nicht heißen, dass er auch der Topfavorit auf den Titel ist. Vielmehr rechnen sich auch Björn Traenckner (RSC Wiesbaden), Nik Schröter (RSC Cottbus), Juri Hollmann (Spandauer RV) und Herford-Sieger Jonas Rutsch (TV Dorf-Erbach) etwas aus.
Die Frauen
Der Weg zum Titel wird auch in Kleinmachnow über Hanka Kupfernagel (Rusvelo-Team) führen. Soviel steht fest! Aber gibt es wieder eine One-Woman-Show der 37-Jährigen? In Lorsch schüttelte sie Sabrina Schweizer (Focus MIG-Team) mit einem kurzen Antritt ab, nachdem die Wangenerin rundenlang an ihrem Hinterrad klebte und es sogar wagte, Kupfernagel zu attackieren. Sabrina Schweizer scheint auch in diesem Jahr die einzig ernsthafte Herausforderin Hanka Kupfernagels zu sein und will sich zumindest die Silbermedaille nach einer bis jetzt starken Saison nicht nehmen lassen. Die dritte Frau auf dem Podium könnte Trixi Worrack (Specialized Lululemon) sein. Die Dissenerin bestritt bisher die komplette Saison. Allerdings „um gut durch den Winter zu kommen“ und gleich bei den ersten Straßenrennen topfit zu sein. Die Erwartungen für das Titelrennen schraubt die Straßenspezialistin deshalb auch zurück. „Ich fahre mal mit“, sagt sie, um zu schauen was passiert. Sie wird es auf jeden Fall wieder mit Gesa Brüchmann (Stevens-1a-Crossteam) zu tun bekommen, die nach dem Gesamtsieg beim Deutschland-Cup auch bei der Deutschen Meisterschaft aufs Podium klettern will. Die Rolle der großen Unbekannten könnte Martina Zwick (Abus-Nutrixxion) übernehmen. Sie ist in diesem Winter nur selten in Erscheinung getreten.
Die Elite
Das wird der absolute Höhepunkt der Titelkämpfe 2011! Ein Zweikampf zwischen dem Titelverteidiger und dem Vize der letzten beiden Jahre – Christoph Pfingsten (Cyclingteam De Rijke) will Philipp Walsleben (BKCP-Powerplus) den Titel abjagen. „Ich wäre mal dran“, sagt Pfingsten selbstbewusst. Und das Vertrauen in die eigene Stärke kommt nicht so ohne Weiteres: Schon früh in der Saison bewies Christoph Pfingsten einen deutlichen Aufwärtstrend, machte seinen WM-Start mit zwei Top-20-Platzierungen beim Weltcup sicher und fuhr insgesamt acht Siege in diesem Winter ein. Unabhängig von der Viruserkrankung Philipp Walslebens zeichnete sich früh ab, dass Pfingsten in Kleinmachnow mit um den Titel fährt. Freilich muss er dafür an Walsleben vorbei. Dessen Form ist spürbar ansteigend. Und er hat einen taktischen Vorteil: Marcel Meisen ist seit Saisonbeginn sein Teamkollege, was am Sonntag einige Möglichkeiten zulässt. Sogar die, das Walsleben Meisen den Vortritt lässt – sollte es sich so ergeben. Ein Wörtchen mitreden will aber auch Sascha Weber (Differdange-Magic Sportfood). Der Saarländer hat schon häufig bewiesen, dass er gerade bei Deutschen Meisterschaften fit ist und gallig auf Erfolg. Bleiben noch Johannes Sickmüller (Stevens Racing-Team) und vor allem Hannes Genze (Multivan Merida), der in den letzten Jahren immer mit ums Podium gefahren ist. Wie gesagt, es wird spannend in diesem Jahr.
Bleiben nur noch die Jugend U17, Schüler U15 und die U23, wo es keinen ausgemachten Favoriten gibt und der Kreis derer, die gewinnen können, mindestens drei, vier Fahrer umfasst. Aber ist es wirklich so einfach? Nein, ganz im Gegenteil! Die Deutschen Meisterschaften 2011 könnten die spannendsten der letzten Jahre werden.
Die Jugend U17
Die Nachwuchsfahrer eröffnen am Samstag um 10.30 Uhr die Titelkämpfe. Wer hier gewinnt, ist der erste Deutsche Meister des Jahres 2012. Die besten Karten scheint Paul Lindenau vom RV Germania Hamburg zu haben. Mit deutlichen 37 Punkten Vorsprung gewann der Hamburger den Deutschland-Cup, bei den einzelnen Rennen stand er meist auf dem Podium. In Herford sogar ganz oben. Das muss aber nichts heißen, denn der Kurs in den Kiebitzbergen ist speziell. Ludwig Cords (Harvestehuder RV), im letzten Jahr Zweiter der Schüler U15, Andrej Petrovski (RSC Reinheim) oder auch der Schülermeister von Lorsch, Leo Appelt (Blau-Gelb Langenhagen) haben ebenso ihre Chancen, am Ende ganz oben zu stehen.
Die U23
„Die beiden Yannicks muss man auf jeden Fall beachten“, sagt Michael Schweizer (Stevens Racing-Team), selbst einer der Anwärter auf den Titel. Gemeint hat er damit Yannick Eckmann (Pearl Izumi), der sein erstes Jahr bei den U23 bestreitet, und Yannick Mayer (NSP). Letzterer ging der nationalen Konkurrenz in diesem Winter meist aus dem Weg, holte sich stattdessen die nötige Rennhärte in Belgien und den Niederlanden. Mit Jannick Geisler (Heizomat) gibt es einen weiteren Kandidaten fürs Podium, ein ganz heißer Tipp auf den Sieg ist aber Max Walsleben (Jenatec). Der ist in Kleinmachnow groß geworden, kennt die Kiebitzberge und will seine Bronzemedaille aus dem letzten Jahr jetzt vergolden.
Die Senioren
Blickt man auf die letzten beiden Jahre, und da nicht nur auf die Deutschen Meisterschaften, sondern auf sämtliche nationalen Rennen, gibt es am Samstag nur einen Sieger: Jens Schwedler (Stevens Racing-Team) hat seit seiner Rückkehr im Herbst 2008 nur ein Rennen „verloren“. Ansonsten dominierte der Pinneberger seine Konkurrenten nach Belieben. Nach den Deutschen Meisterschaften aber soll endgültig Schluss sein – am besten mit dem Meistertrikot. „Das wäre der perfekte Abschied“, sagt Schwedler, ist sich aber der starken Konkurrenz und auch den Tücken eines Crossrennens bewusst. „Erstmal muss ich gewinnen“, stapelt er tief. Vielleicht weiß er, warum: Timo Berner (Berner-Bikes.com), Lars van der Sloot (Felt Cyclocross-Team) und seit diesem Winter auch Stefan Danowski (Team Bergamont) gelten als die größten Herausforderer und wollen sich nicht bis zum nächsten Jahr gedulden.
Fotoserie: Cross-DM: Wer wird Meister?
Die Junioren
Obwohl Silvio Herklotz (Stevens Racing-Team) seit seinem Saisoneinstieg im November in Deutschland jedes Rennens gewann, bleibt der Berliner bescheiden und hält es wie sein Teamchef Jens Schwedler: „Erstmal muss ich gewinnen!“ Gut möglich, dass Herklotz das Rennen der Junioren diesmal genauso dominiert wie vor einem Jahr. Und mal ehrlich: Was anderes wird doch auch nicht erwartet. Felix Drumm und Marco König vom Saikls Crossteam müssen sich schon gewaltig strecken, wollen sie die kleine Chance auf Gold nutzen. Und dann sind da auch noch Steffen Müller und Yannick Gruner (beide Stevens) sowie Johannes Siemermann (Felt Cyclocross-Team), die darauf hoffen, in Kleinmachnow zumindest auf dem Podium zu stehen.
Die Schüler U15
Im letzten Jahr war es Leo Appelt, der sämtliche Rennen einschließlich der Deutschen Meisterschaft gewann. Solch einen Überflieger gab es in diesem Winter nicht. Luca Felix Happke (RSV Unna) feierte zwar fünf Siege und gewann den Deutschland-Cup, das aber muss nicht heißen, dass er auch der Topfavorit auf den Titel ist. Vielmehr rechnen sich auch Björn Traenckner (RSC Wiesbaden), Nik Schröter (RSC Cottbus), Juri Hollmann (Spandauer RV) und Herford-Sieger Jonas Rutsch (TV Dorf-Erbach) etwas aus.
Die Frauen
Der Weg zum Titel wird auch in Kleinmachnow über Hanka Kupfernagel (Rusvelo-Team) führen. Soviel steht fest! Aber gibt es wieder eine One-Woman-Show der 37-Jährigen? In Lorsch schüttelte sie Sabrina Schweizer (Focus MIG-Team) mit einem kurzen Antritt ab, nachdem die Wangenerin rundenlang an ihrem Hinterrad klebte und es sogar wagte, Kupfernagel zu attackieren. Sabrina Schweizer scheint auch in diesem Jahr die einzig ernsthafte Herausforderin Hanka Kupfernagels zu sein und will sich zumindest die Silbermedaille nach einer bis jetzt starken Saison nicht nehmen lassen. Die dritte Frau auf dem Podium könnte Trixi Worrack (Specialized Lululemon) sein. Die Dissenerin bestritt bisher die komplette Saison. Allerdings „um gut durch den Winter zu kommen“ und gleich bei den ersten Straßenrennen topfit zu sein. Die Erwartungen für das Titelrennen schraubt die Straßenspezialistin deshalb auch zurück. „Ich fahre mal mit“, sagt sie, um zu schauen was passiert. Sie wird es auf jeden Fall wieder mit Gesa Brüchmann (Stevens-1a-Crossteam) zu tun bekommen, die nach dem Gesamtsieg beim Deutschland-Cup auch bei der Deutschen Meisterschaft aufs Podium klettern will. Die Rolle der großen Unbekannten könnte Martina Zwick (Abus-Nutrixxion) übernehmen. Sie ist in diesem Winter nur selten in Erscheinung getreten.
Die Elite
Das wird der absolute Höhepunkt der Titelkämpfe 2011! Ein Zweikampf zwischen dem Titelverteidiger und dem Vize der letzten beiden Jahre – Christoph Pfingsten (Cyclingteam De Rijke) will Philipp Walsleben (BKCP-Powerplus) den Titel abjagen. „Ich wäre mal dran“, sagt Pfingsten selbstbewusst. Und das Vertrauen in die eigene Stärke kommt nicht so ohne Weiteres: Schon früh in der Saison bewies Christoph Pfingsten einen deutlichen Aufwärtstrend, machte seinen WM-Start mit zwei Top-20-Platzierungen beim Weltcup sicher und fuhr insgesamt acht Siege in diesem Winter ein. Unabhängig von der Viruserkrankung Philipp Walslebens zeichnete sich früh ab, dass Pfingsten in Kleinmachnow mit um den Titel fährt. Freilich muss er dafür an Walsleben vorbei. Dessen Form ist spürbar ansteigend. Und er hat einen taktischen Vorteil: Marcel Meisen ist seit Saisonbeginn sein Teamkollege, was am Sonntag einige Möglichkeiten zulässt. Sogar die, das Walsleben Meisen den Vortritt lässt – sollte es sich so ergeben. Ein Wörtchen mitreden will aber auch Sascha Weber (Differdange-Magic Sportfood). Der Saarländer hat schon häufig bewiesen, dass er gerade bei Deutschen Meisterschaften fit ist und gallig auf Erfolg. Bleiben noch Johannes Sickmüller (Stevens Racing-Team) und vor allem Hannes Genze (Multivan Merida), der in den letzten Jahren immer mit ums Podium gefahren ist. Wie gesagt, es wird spannend in diesem Jahr.
Weiterführende Informationen:
| Website der Cross-DM 2012 in Kleinmachnow |





