Cross-WM: St. Wendel und Crosssport die Gewinner

WM-Presseservice/R. Penno am 01.02.2011 - 13:41 Uhr
Cross-WM: St. Wendel und Crosssport die Gewinner
“Das war ein großes Fest für St. Wendel, für die gesamte Region und für den Crosssport“, zog Bürgermeister Klaus Bouillon ein positives Fazit der Querfeldein-Weltmeisterschaften im Saarland. Bereits am Samstag strömten bei strahlendem Sonnenschein 18.000 Zuschauer ins St. Wendeler Stadion, um die Entscheidungen der Junioren und U23 live mit zu erleben.

Die Stimmung war großartig, die Fans so begeistert, dass sogar Absperrgitter ins Wanken gerieten. Für den engagierten Bürgermeister und Organisationschef war auch das kein Problem: Über Nacht wurden weitere 100 Helfer motiviert, die am Sonntag für zusätzliche Absperrmaßnahmen sorgten und sie die Sicherheit der Publikums gewährleisteten. Über 30.000 Besucher säumten die Hänge rund um das Stadion in St. Wendel.

Wer nicht live nach St. Wendel kommen konnte, der erlebte die Titelkämpfe zu Hause am Fernsehgerät: ARD und ZDF zeigten die wichtigsten Moment dieser Weltmeisterschaft, die dritten Programme der ARD brachten das Frauenrennen sogar live in die Wohnzimmer. Der Saarländische Rundfunk als Host Broadcaster lieferte seine Signale sogar bis nach Übersee und war am Wochenende mit 120 Leuten im Einsatz. Insgesamt berichteten mehr als 400 Medienvertreter weltweit von den Titelkämpfen.

Kaum zu toppen
Nicht nur der Sport war der große Gewinner: Auch St. Wendel und die gesamte Region profitierten vom Ansturm auf das Stadion. 3.800 Übernachtungen wurden gebucht, die Gaststätten und Kneipen waren am Wochenende brechend voll. „Es wurden insgesamt drei Millionen umgesetzt“, schätzt Bouillon und freut sich über den Wirtschaftsfaktor Weltmeisterschaft.



Und sportlich lässt sich St. Wendel ebenfalls nicht toppen. Zdenek Stybar, der schon 2005 das Rennen der U23 an gleicher Stelle gewann, verteidigte seinen WM-Titel in der Eliteklasse ebenso erfolgreich wie Marianne Vos bei den Frauen. In der Kategorie U23 siegte mit Lars van der Haar aus den Niederlanden ein Fahrer, der in diesem Jahr bereits niederländischer Meister, Europameister und Gesamtsieger des Weltcups wurde; bei den Junioren setzte sich der Franzose Clément Venturini vor seinen zwei Landsleuten Fabien und Loic Doubey durch. Die hoch favorisierten Belgier mussten sich mit Silber und Bronze im Rennen der Elite begnügen. Gastgeber Deutschland ging leer aus: Hanka Kupfernagel verpasste als Vierte nur knapp eine Medaille. Auch Philipp Walsleben kämpfte bei den Männern um Edelmetall, musste sich erst auf den letzten Metern den zahlenmäßig überlegenen Belgiern geschlagen geben und durfte sich über einen hervorragenden fünften Platz freuen.

Den Schwung mitnehmen
In Deutschland ist die Saison damit endgültig beendet. Die Weltmeisterschaften in St. Wendel waren der Höhepunkt der Crosssaison 2010/2011, die wieder neue Talente hervor gebracht hat und sich bei den nationalen Rennen Schritt für Schritt weiterentwickelt. Zwar gab es auch in diesem Winter diverse Absagen im Deutschland-Cup, mit dem teilweise erhöhten Wertungssystem bei ausgesuchten Rennen ist aber ein Schritt in die richtige Richtung getan. Der Ruf nach einer elitären Serie, die dem Deutschland-Cup übergeordnet ist, wurde in den letzten Jahren immer lauter. Die Verwirklichung könnte jetzt immer näher rücken.

Die Weltmeisterschaften in St. Wendel könnten dabei sehr hilfreich gewesen sein, die Begeisterung und das Interesse auch bei Sponsoren zu wecken. Ohne finanzielle Mittel ist es nicht machbar, die internationalen Cracks der Szene – und auch die deutschen Fahrer wie Philipp Walsleben – bei deutschen Rennen erleben zu können. Und noch eine Erkenntnis hat die WM gebracht: Die deutscher Crosser sind längst nicht so schlecht, wie ihnen nachgesagt wird. „Wir haben gezeigt, dass wir zur erweiterten Weltspitze gehören“, sagte Bundestrainer Patrick Moster nach dem letzten Rennen in St. Wendel. Auch das könnte ein Anlass sein, die nationalen Rennen künftig noch mehr aufzuwerten.