Cross-WM: Mannschaftszeitfahren im Sand
René Penno am 31.01.2012 - 13:38 Uhr
Was war das für eine Weltmeisterschaft! Mitten im Herzen des Crosssports setzten die Belgier am Schluss ein dickes Ausrufezeichen. Das Rennen der Elite wurde zu einer internationalen belgischen Meisterschaft, bei der alle anderen mitfahren durften. Eingreifen konnte niemand, die sieben Belgier machten das Ding unter sich aus.
Und hinterher verneigte sich Albert vor Albert – Niels Albert nahm die Glückwünsche vom König der Belgier, Albert II. entgegen. Zwei Könige waren unter sich. Das Gefolge applaudierte brav, die Anhänger feierten bis tief in die Nacht, die vermeintlichen Konkurrenten packten ihr Zeug kopfschüttelnd zusammen. Es war ein Fest mit über 60.000 Zuschauern. Ausverkauft meldeten die Veranstalter schon am Sonntagmorgen, noch bevor der erste Durchgang geöffnet wurde. Diese WM wird ihren Platz in der Geschichte des Crosssports einnehmen.
Mehr ausgerechnet
Zu den Geschlagenen gehörten auch die deutschen Teilnehmer. Aber was heißt geschlagen? Die Erwartungen waren ohnehin gering. Einzig Silvio Herklotz war nach der Absage Hanka Kupfernagels ein echter Medaillenkandidat. Er wurde Siebter. „Ich hatte mir mehr erhofft“, gab der Deutsche Meister der Junioren zu. Er hatte einfach nicht seinen besten Tag. Dafür wussten seine Kollegen zu überzeugen. Felix Drumm wurde 15., Marco König belegte als „Erstjähriger“ Platz 20. Das lässt hoffen. Johannes Siemermann fuhr nach einem Sturz gleich zu Beginn praktisch nur noch hinterher, als er sich wieder nach vorn gearbeitet hatte, warf ihn ein weiterer Sturz erneut zurück: Platz 44, auch für ihn wäre mehr drin gewesen. Die Leistung passte. Nur Steffen Müller schien sich durch den Sand zu quälen, wurde 38. und hakte die WM schnell ab.
Im Rennen der U23 war ein Topresultat nicht zu erwarten. Michael Schweizer wurde 23. Ganz ordentlich angesichts der Leistungsdichte. „Ich bin sicher auch schon bessere Rennen gefahren“, sagte der Deutscher Meister hinterher. Zufriedenheit sieht anders aus. Dabei war der Wangener super gestartet, führte in der ersten Runde das Feld sogar an, „aber dann konnte ich das Tempo nicht mehr halten.“ Yannick Eckmann erwischte dagegen keinen so guten Start, fuhr sich dafür in den ersten Runden nach vorne. „Die erste Hälfte war gut“, so der Kirchzartener. Dann kamen Knieprobleme und „die Luft ist mir ausgegangen“, so Eckmann nach seiner ersten U23-WM. „Es lief nicht so, wie ich mir es erhofft hatte“, meinte der DM-Dritte nach seinem 29. Platz. Zwei Plätze dahinter kam Max Walsleben ins Ziel und Yannick Mayer, dem noch am ehesten eine Platzierung unter den ersten 20 zugetraut wurde, belegte am Ende nur Rang 39. „Da hatte ich mir vielmehr ausgerechnet!“
Durch den Sand geflogen
Mit nur zwei Fahrerinnen war der BDR bei den Frauen dabei. Eine davon, Sabrina Schweizer, schied schon in Runde zwei mit Defekt aus. Blieb nur noch Gesa Brüchmann: Die 21-Jährige machte das Beste daraus – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie kam als 17. ins Ziel, das war ihr bestes internationales Ergebnis überhaupt. „Ich war noch nie unter den ersten 20 bei einem Weltcup. Heute wollte ich es schaffen“, jubelte sie.
Blieben noch die Elitefahrer. Sascha Weber wurde 39., Christoph Pfingsten 24. Auch die Beiden hatten sich ein bisschen mehr erhofft. Obwohl Pfingsten angeschlagen mit einer Erkältung ins Rennen ging. „Aber Ausreden gibt’s nicht“, stellte der Deutsche Meister klar. Sein Ziel, die Top 20, hatte er verfehlt und war nicht zufrieden. Dafür schaffte Marcel Meisen den Sprung unter die 20 besten Fahrer. „Als ich freie Fahrt hatte, konnte ich pro Runde 20 Sekunden gut machen“, drehte der Stolberger im letzten Renndrittel auf. „Da bin ich durch den Sand geflogen!“, machte Meisen immer mehr Boden gut. Dabei kam er am Tag zuvor beim Training überhaupt nicht dem Kurs zurecht. „Und die Form ist auch nicht mehr wie im November.“ Und plötzlich war auch Philipp Walsleben wieder da. Lange fuhr er in einer Verfolgergruppe und beobachtete das belgische Mannschaftszeitfahren im Sand. Und ganz zum Schluss ging’s sogar noch weiter nach vorne. „Ich bin immer gut durch den Sand gekommen. Ich hatte heute einen guten Tag“, verspürte Walsleben einen Aufwärtstrend, der hoffen lässt für den Rest der Saison. Vielleicht kann er dann auch noch mal die Belgier ein wenig ärgern.
Und hinterher verneigte sich Albert vor Albert – Niels Albert nahm die Glückwünsche vom König der Belgier, Albert II. entgegen. Zwei Könige waren unter sich. Das Gefolge applaudierte brav, die Anhänger feierten bis tief in die Nacht, die vermeintlichen Konkurrenten packten ihr Zeug kopfschüttelnd zusammen. Es war ein Fest mit über 60.000 Zuschauern. Ausverkauft meldeten die Veranstalter schon am Sonntagmorgen, noch bevor der erste Durchgang geöffnet wurde. Diese WM wird ihren Platz in der Geschichte des Crosssports einnehmen.
Mehr ausgerechnet
Zu den Geschlagenen gehörten auch die deutschen Teilnehmer. Aber was heißt geschlagen? Die Erwartungen waren ohnehin gering. Einzig Silvio Herklotz war nach der Absage Hanka Kupfernagels ein echter Medaillenkandidat. Er wurde Siebter. „Ich hatte mir mehr erhofft“, gab der Deutsche Meister der Junioren zu. Er hatte einfach nicht seinen besten Tag. Dafür wussten seine Kollegen zu überzeugen. Felix Drumm wurde 15., Marco König belegte als „Erstjähriger“ Platz 20. Das lässt hoffen. Johannes Siemermann fuhr nach einem Sturz gleich zu Beginn praktisch nur noch hinterher, als er sich wieder nach vorn gearbeitet hatte, warf ihn ein weiterer Sturz erneut zurück: Platz 44, auch für ihn wäre mehr drin gewesen. Die Leistung passte. Nur Steffen Müller schien sich durch den Sand zu quälen, wurde 38. und hakte die WM schnell ab.
Fotoserie: Cross-WM: Mannschaftszeitfahren im Sand
Im Rennen der U23 war ein Topresultat nicht zu erwarten. Michael Schweizer wurde 23. Ganz ordentlich angesichts der Leistungsdichte. „Ich bin sicher auch schon bessere Rennen gefahren“, sagte der Deutscher Meister hinterher. Zufriedenheit sieht anders aus. Dabei war der Wangener super gestartet, führte in der ersten Runde das Feld sogar an, „aber dann konnte ich das Tempo nicht mehr halten.“ Yannick Eckmann erwischte dagegen keinen so guten Start, fuhr sich dafür in den ersten Runden nach vorne. „Die erste Hälfte war gut“, so der Kirchzartener. Dann kamen Knieprobleme und „die Luft ist mir ausgegangen“, so Eckmann nach seiner ersten U23-WM. „Es lief nicht so, wie ich mir es erhofft hatte“, meinte der DM-Dritte nach seinem 29. Platz. Zwei Plätze dahinter kam Max Walsleben ins Ziel und Yannick Mayer, dem noch am ehesten eine Platzierung unter den ersten 20 zugetraut wurde, belegte am Ende nur Rang 39. „Da hatte ich mir vielmehr ausgerechnet!“
Durch den Sand geflogen
Mit nur zwei Fahrerinnen war der BDR bei den Frauen dabei. Eine davon, Sabrina Schweizer, schied schon in Runde zwei mit Defekt aus. Blieb nur noch Gesa Brüchmann: Die 21-Jährige machte das Beste daraus – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie kam als 17. ins Ziel, das war ihr bestes internationales Ergebnis überhaupt. „Ich war noch nie unter den ersten 20 bei einem Weltcup. Heute wollte ich es schaffen“, jubelte sie.
Blieben noch die Elitefahrer. Sascha Weber wurde 39., Christoph Pfingsten 24. Auch die Beiden hatten sich ein bisschen mehr erhofft. Obwohl Pfingsten angeschlagen mit einer Erkältung ins Rennen ging. „Aber Ausreden gibt’s nicht“, stellte der Deutsche Meister klar. Sein Ziel, die Top 20, hatte er verfehlt und war nicht zufrieden. Dafür schaffte Marcel Meisen den Sprung unter die 20 besten Fahrer. „Als ich freie Fahrt hatte, konnte ich pro Runde 20 Sekunden gut machen“, drehte der Stolberger im letzten Renndrittel auf. „Da bin ich durch den Sand geflogen!“, machte Meisen immer mehr Boden gut. Dabei kam er am Tag zuvor beim Training überhaupt nicht dem Kurs zurecht. „Und die Form ist auch nicht mehr wie im November.“ Und plötzlich war auch Philipp Walsleben wieder da. Lange fuhr er in einer Verfolgergruppe und beobachtete das belgische Mannschaftszeitfahren im Sand. Und ganz zum Schluss ging’s sogar noch weiter nach vorne. „Ich bin immer gut durch den Sand gekommen. Ich hatte heute einen guten Tag“, verspürte Walsleben einen Aufwärtstrend, der hoffen lässt für den Rest der Saison. Vielleicht kann er dann auch noch mal die Belgier ein wenig ärgern.
Weiterführende Informationen:
| Website der Cross-Weltmeisterschaft 2012 in Koksijde |






